Moulagen im Institut für Pathologie des Krankenhauses München/Schwabing

Wachsmodell eines Situs inversus

Im Jahre 1910 wurde das neu erbaute, von Eugen Albrecht und Siegfried Oberndorfer geplante Institut für Pathologie des Öffnet externen Link im aktuellen FensterKrankenhauses München-Schwabing, bezogen. In den großen Demonstrationssaal im ersten Obergeschoß integrierte der erste Leiter des Instituts, Prof. Siegfried Oberndorfer, die Glasschränke zur Aufnahme der Öffnet externen Link im aktuellen FensterPräparate-Lehrsammlung. Wie zu dieser Zeit in zahlreichen Instituten für Pathologie üblich, begann Oberndorfer ab Januar 1912 mit dem Sammeln von Obduktions- und Operationspräparaten zu Dokumentations- und Lehrzwecken. Aus der Zeit des 1. Weltkrieges, in dem er als Stabsarzt einem Feldlazarett und später einer Feldprosektur zugeteilt war, stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit einige Mazerationspräparate mit Schuß- und Schlagverletzungen. Bereits im Juli 1912 stellte Prof. Oberndorfer u.a. den Antrag, für die Präparatesammlung neue Räume im Dachgeschoss auszubauen, „da die Sammlungschränke gefüllt seien“. Aufgrund seines jüdischen Glaubens mußte Prof. Oberndorfer 1933 seine Stelle als Prosektor des Öffnet externen Link im aktuellen FensterPathologischen Instituts Schwabing verlassen.

Im selben Jahr setzte man Prof. Ludwig Singer als Chefarzt des Instituts ein, der diesem bis 1961 vorstand. Während dieser Zeit wurden zahlreiche Präparate in die Sammlung im Dachgeschoss eingegliedert. In den Jahren 1939 bis 1945 wurde Prof. Singer u.a. mit den Obduktionen der gefallenen Soldaten der Luftwaffe und des Heeres beauftragt. Nach eigenen Recherchen befinden sich keine Präparate von NS-Opfern aus den Jahren 1933 -1945 in der Sammlung.

In den Jahren 1945 bis 1954 war das Institut für Pathologie sowie das gesamte Krankenhaus München-Schwabing (bis 1957) von der amerikanischen Militärverwaltung beschlagnahmt. Es ist anzunehmen, dass in dieser Zeit eine nicht benennbare Anzahl von Präparaten vernichtet oder außer Haus verbracht wurde.

Unter der Leitung von Prof. Erich Langer, Chefarzt des Instituts von 1961 bis 1980, wurde die Erweiterung und Pflege der Präparatesammlung stetig reduziert und kam gegen Ende der siebziger Jahre fast vollständig zum Erliegen. Dem damaligen Oberpräparator Othmar Vesely ist es zu verdanken, dass sie dem Institut zumindest erhalten blieb. Er konnte allerdings nur noch begrenzt neue Präparate in die Sammlung einfügen. Diese hatte  inzwischen ihren Standort im zweiten Obergeschoß sowie die Unterbringung in den Vitrinen verloren und wurde in einem Fixations-und Asservatenraum im Keller in Stahlregalen, z. T. in 5er-Reihen gelagert. Führungen und Besichtigung waren nicht möglich. Die Katalogisierung der Präparate wurde fast gänzlich vernachlässigt, was wiederum aktuell Probleme bei der Zuordnung einiger Präparate bereitet.

Im Jahre 1980, mit der Übernahme des Institutes durch Prof. Karlheinz Wurster wurde der alten Siegfried Oberndorfer Lehrsammlung wieder mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Oberpräparator Alfred Riepertinger wurde zum Kustos der Sammlung bestellt, der sie zusammen mit den Präparatoren des Instituts auf den heutigen Stand gebracht hat.

Kontakt

Navena Widulin
Medizinische Präparatorin
t: +49 30 450 536 096

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