Die Moulagensammlung des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) in Hamburg

„Allgem. Krankenhaus St. Georg Hamburg Tuberculide des Gesichts. Sammlung Lassar“, Datierung zw. 1900-1950, Hersteller unbekannt, Arzt: Oscar Lassar, Fotograf: Sebastian Schulz, Foto-/Grafikabteilung UKE, 2009

Das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin im Öffnet externen Link im aktuellen FensterUKE ist seit 2007 betraut mit dem Aufbau eines Medizinhistorischen Museums, das zu einer entstehenden Akademie für Gesundheit gehören soll. Das Museum wird eingerichtet in einem ehemaligen Institutsgebäude, dass für die theoretischen Fächer der Medizin (v.a. Pathologie) zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut wurde. In dem Gebäude befindet sich auch ein historischer Sektionssaal mit einer Einrichtung aus dem Jahr 1926. Das Gebäude ist denkmalgeschützten und ein Bau des Architekten Fritz Schumacher. In Zukunft soll in dem Gebäude Raum für eine Dauerausstellung zur Medizingeschichte und für Wechselausstellungen entstehen. Öffnet externen Link im aktuellen FensterWeitere Informationen zum Museumsprojekt.

Die Hamburger Moulagensammlung setzt sich im Wesentlichen aus zwei größeren Konvoluten zusammen, die noch durch etliche kleinere Bestände ergänzt werden. Etwa 200 Moulagen der Sammlung entstammen der um die Wende zum 20. Jahrhundert berühmten Moulagensammlung des in Berlin wirkenden Dermatologen Oscar Lassar (1849-1907), der seine ca. 1800 Moulagen umfassende Sammlung seiner Geburtsstadt Hamburg vermachte. Der zweite große Sammlungsbestand ist in der Zeit zwischen 1924 und 1945 direkt am Universitäts-Krankenhaus Eppendorf unter dem Dermatologen Paul Mulzer (1880 – 1947) entstanden. Mulzer, ein überzeugter Nationalsozialist wurde 1945 von den Militärbehörden entlassen.
Die Moulagensammlung Oscar Lassars wurde im Allgemeinen Krankenhaus St. Georg untergebracht, wo auch die erste Hamburger universitäre Abteilung der Dermatologie 1919 entstand. Im 2. Weltkrieg wurde der größte Teil dieser Sammlung, die unter dem Leiter der dortigen Dermatologie Eduard Arning (1855 - 1936) mit Hilfe von Lassars Mouleur Heinrich Kasten weiter vergrößert wurde, durch Bombeneinwirkung zerstört. Die erhaltenen etwa 200 Moulagen sind nach dem Krieg mit der Sammlung der Eppendorfer Dermatologie vereinigt und 1953 in neuen Vitrinen unter dem Hörsaalgestühl des Dermatologieneubaus untergebracht worden. Heute ist die Sammlung Teil des entstehenden Medizinhistorischen Museums und soll in Zukunft zu großen Teilen in der Dauerausstellung präsentiert und auch weiterhin für Lehrzwecke genutzt werden.

Kontakt

Navena Widulin
Medizinische Präparatorin
t: +49 30 450 536 096

Veranstaltungen

Keine Ergebnisse