Die Moulagensammlung des Medizinhistorischen Museums Hamburg (UKE)

„Allgem. Krankenhaus St. Georg Hamburg Tuberculide des Gesichts. Sammlung Lassar“, Datierung zw. 1900-1950, Hersteller unbekannt, Arzt: Oscar Lassar, Fotograf: Sebastian Schulz, Foto-/Grafikabteilung UKE, 2009

Das Öffnet externen Link im aktuellen FensterMedizinhistorische Museum Hamburg ist seit 2009 mit der Bewahrung, Erschließung und Präsentation der historischen Sammlungen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) betraut. Unter der Leitung des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin übernimmt das Museum zugleich universitäre Lehr- und Forschungsaufgaben und bietet neben Dauer- und Wechselausstellungen auch Bildungs- und Vermittlungsprogramme für alle gesellschaftlichen Altersgruppen. Untergebracht ist das Museum im denkmalgeschützten Fritz Schumacher - Haus, dem ehemaligen "Gebäude für die theoretischen Institute" des Krankenhauses (u.a. Pathologie).

Die Hamburger Moulagensammlung umfasst ingesamt 600 Stücke und setzt sich im Wesentlichen aus zwei größeren Konvoluten zusammen, die durch etliche kleinere Bestände ergänzt werden. Etwa 125 Moulagen der Sammlung entstammen der um die Wende zum 20. Jahrhundert berühmten Moulagensammlung des in Berlin wirkenden Dermatologen Oscar Lassar (1849-1907), der seine ca. 1800 Moulagen umfassende Sammlung seiner Geburtsstadt Hamburg vermachte. Der zweite große Sammlungsbestand ist in der Zeit zwischen 1924 und 1945 direkt am Universitäts-Krankenhaus Eppendorf unter dem Dermatologen Paul Mulzer (1880 – 1947) entstanden. Mulzer, ein überzeugter Nationalsozialist wurde 1945 von den Militärbehörden entlassen.
Die Moulagensammlung Oscar Lassars wurde im Allgemeinen Krankenhaus St. Georg untergebracht, wo auch die erste Hamburger universitäre Abteilung der Dermatologie 1919 entstand. Im Zweiten Weltkrieg wurde der größte Teil dieser Sammlung, die unter dem Leiter der dortigen Dermatologie Eduard Arning (1855 - 1936) mit Hilfe von Lassars Mouleur Heinrich Kasten und dessen Nachfolger Max Boryer weiter vergrößert worden war, durch Bombeneinwirkung zerstört. Die erhaltenen etwa 175 Moulagen sind nach dem Krieg mit der Sammlung der Eppendorfer Dermatologie vereinigt und 1958 in neuen Vitrinen unter dem Hörsaalgestühl des Dermatologieneubaus untergebracht worden. Heute ist die Sammlung Teil des Medizinhistorischen Museums, wo sich eine Abteilung der Dauerausstellung ausführlich ihrer Nutzungs- und Kulturgeschichte widmet. Auch der nicht-öffentliche Teil der Sammlung steht weiterhin für Lehrzweckezur Verfügung.

Die Sammlung wurde zuletzt in einemÖffnet externen Link im aktuellen Fenster kooperativen Forschungsprojekt (gefördert durch die VolkswagenStiftung) eingehend bearbeitet und erforscht.

Kontakt

Navena Widulin
Medizinische Präparatorin
t: +49 30 450 536 096

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