Die Moulagensammlung der Universitätshautklinik Freiburg

Urticaria pigmentosa am Unterarm, Otto Vogelbacher, 1916.
Es handelt sich um eine kutane Mastozytose. Die Moulage zeigt am distalen Unterarm den Ruhezustand mit flachen makulopapulösen Herden, am proximalen Unterarm die Veränderungen nach Reibung mit zusätzlicher urtikarieller Komponente als Folge der mechanisch ausgelösten Mastzelldegranulation. Restaurierung (J. Winkler, Berlin 2008) mit einer neuen Klebetechnik für Wachs.

Die Öffnet externen Link im aktuellen FensterFreiburger Moulagensammlung umfasst derzeit 822 Moulagen von Haut- und Geschlechtskrankheiten. Eduard Jacobi (1862-1915), der erste Direktor der Universitäts-Hautklinik Freiburg, baute die Sammlung ab 1899 auf, zunächst mit dem Kauf von Moulagen aus Paris (Baretta) und Breslau (Kröner). Ab1903 ließ er Moulagen in der Klinik herstellten, anfangs von Theodor Johnson (Lebensdaten unbekannt), dann von Otto Vogelbacher (1869-1943), der in den Jahren 1905 bis 1936 1200 Moulagen anfertigte. Noch knapp 600 der qualitätsvollen Moulagen von Vogelbacher sind in der Freiburger Sammlung enthalten. Johnson und Vogelbacher wurden vermutlich von Jacobi selbst, der die Moulagentechnik bei Kröner in Breslau kennengelernt hatte, in die Arbeit eingeführt. Als Nachfolger von Vogelbacher stellte der gelernte Photograph Theodor Niehues (1896-1981) von 1934 bis 1957 die letzten Freiburger Moulagen her. Von 1957 bis 1968 war Niehues ausschließlich als Photograph in der Klinik tätig. Anfang der 60er Jahre betraute man ihn sogar mit der Aufgabe, beschädigte und "doppelte" Moulagen auszusortieren! Von den ursprünglich 1200 Exemplaren sind heute noch 822 erhalten. Platznot in der Klinik führte Anfang der 90er Jahre zur Einlagerung des größten Teiles der Sammlung, die heute auf 3 Standorte verteilt ist : Im Seminarraum der Klinik befinden sich etwa 100 Moulagen in historischen Glasschränken für Unterrichtszwecke. 32 Moulagen sind im "Öffnet externen Link im aktuellen FensterUniseum", dem Museum der Universität Freiburg, zusammen mit biologischen und medizingeschichtlichen Objekten öffentlich ausgestellt. Der Rest der Sammlung ist im Keller des Hörsaals zwischengelagert und wird nach Dokumentation und Katalogisierung künftig im Internet zugänglich gemacht.

Kontakt

Navena Widulin
Medizinische Präparatorin
t: +49 30 450 536 096

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