Was sind Moulagen?

Moulagen sind dreidimensionale, naturgetreue Darstellungen krankhafter Körperregionen in Wachs. Sie werden durch eine Umkehrtechnik erstellt (Herstellung eines Negativs vom Körper, Ausgießen eines Positivs in Wachs). Danach wird die ausgelöste Wachsform wirklichkeitsgetreu mit Ölfarbe be- oder hintermalt,  gegebenenfalls durch Haare, Glasaugen oder andere Materialien ergänzt, mit Leinen eingeschlagen und auf ein schwarzlackiertes Holzbrett aufgezogen. Moulagen zeigen keinen normierten Krankheitszustand, sondern immer ein individuelles Krankheitsbild. Da sie primär Erkrankungen wiedergeben, die sich auf der Körperoberfläche abspielen, sind Moulagen verstärkt in jenen medizinischen Fachrichtungen entstanden, in denen sich Krankheitszeichen auf der Haut zu sehen sind, wie zum Beispiel die Dermatologie oder die Augenheilkunde.

Moulagen gibt es seit dem frühen 19. Jahrhundert. Vor allem zwischen 1850 und 1950 erlebten Wachsbilder als medizinische Lehr- und Demonstrationsobjekte ihre Blütezeit.

Ab der Mitte des 20. Jh.  verschwand sie jedoch weitestgehend aus den Beständen der Kliniken und dem medizinischen Lehrbetrieb, da die Objekte fragil und pflegeauwendig waren und viel Platz einnahmen. Andere Lehrmittel wie beispielsweise die Fotografie oder Plastikmodelle erschienen geeigneter.

Heute wird den Moulagen nicht nur als medizinhistorisches Objekt, deren Restaurierung lohnenswert erscheint, sondern auch als Lehrmittel wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

Kontakt

Navena Widulin
Medizinische Präparatorin
t: +49 30 450 536 096

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