Archiv für medizinische Wachsbilder (Moulagen)

Cheilitis (apostematosa) - Oberflächliche Eiterblasenbildung an der Unterlippe "Atlas der Mundkrankheiten" von Frieboes und Moral, Leipzig 1924, Tafel 27, Fig. 94); Hersteller: Auguste Kaltschmidt, Datierung vor 1923; Foto zeigt die Moulage nach Restaurierung von G. Siemiatkowski, 1987/88; Foto: AB Geschichte der Medizin, Universität Rostock, 2010
Die Moulagenherstellung geht auf die Initiative Maximilian Wolters (1861 – 1914) zurück, der 1902 den neu geschaffenen Lehrstuhl für Dermatologie und Venerologie der
Universität Rostock besetzte. Unter dem Lehrstuhlnachfolger Walter Frieboes (1880 – 1945) wurde der Moulagenbestand erweitert. Die Mouleure waren Auguste Kaltschmidt und Kurt Krug. Die Moulagen wurden von ihnen in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg gefertigt, wobei Herstellungsbeginn -und ende auf 1908 bzw. 1933 – mit dem Weggang Frieboes nach Berlin – datiert wird. Der Sammlungsbestand soll 3000 Moulagen umfasst haben.
Vom Bestand sind heute 33 Moulagen noch erhalten. Die Dezimierung erfolgte durch die mehrfache Zerstörung der Klinikgebäude im Laufe des Zweiten Weltkrieges. Es lassen sich jedoch etwa 10% des Bestandes über die von Frieboes und dem Rostocker Zahnmedizinprofessor Hans Moral erstellten Atlanten rekonstruieren. 3 Moulagen der jetzigen Sammlung sind in den Atlanten zudem dargestellt.
Neben den Wachsmoulagen verfügt die Sammlung über einen Kunststoffmoulagenbestand von 88 Objekten. Die Herstellung erfolgte in der Zeit der DDR im Deutschen Hygienemuseum in Dresden.
2002 gab es zwei Veröffentlichungen zur Sammlung, die beide vom Dermatologen Helmut Heise (u.a.) geschrieben wurden. Einer der Artikel hatte die klinische Neubeschreibung der Wachsmoulagen zum Thema.
Die derzeitige Auseinandersetzung mit der Sammlung erfolgt im Zuge der Inventarisierung der Sammlungen der
Medizinischen Fakultät Rostock durch deren
Arbeitsbereich Geschichte der Medizin. Im Hinblick auf die Moulagensammlung soll die Sammlungsgeschichte rekonstruiert werden.
| Isabel Atzl Freie Mitarbeiterin |
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